Das Rathaus zu Düsseldorf Lebendige Stadtgeschichte

Blickfang am Düsseldorfer Marktplatz ist das Rathaus mit seiner Backsteinfassade. Es ist nicht das älteste Rathaus in der Stadtgeschichte. Dieses wird im Mittelalter zuerst gegenüber der heutigen Lambertuskirche errichtet, später wird unweit davon ein Gebäude auf der Ratinger Straße als Rathaus genutzt.

Aufgrund des Wachstums der Stadt beauftragt der Rat 1570 den Bau-meister Heinrich Tussmann, am Marktplatz ein würdiges Gebäude zu errichten. 1573 ist das Rathaus fertig: ein viergeschossiger Ziegelbau im Stil der Zeit – mit Fenstereinfassungen und Maßwerk aus Naturstein. Der ebenso verzierte Turm nimmt die bereits 1545 gegossene Rathausglocke auf und in einer Mauernische wird eine Vorgängerfigur der heutigen »Justitia« (1749, Anton Baumann) platziert.

Zur Zeit des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz (»Jan Wellem«, 1658-1716) hat dessen Hofbildhauer Gabriel de Grupello an der Westseite des Marktplatzes sein Wohnhaus (»Grupello-Haus«, ca. 1700) und dahinter seine Werkstatt. Dort gießt er das noch zu Lebzeiten errichtete Reiterstandbild des Kurfürsten.

1749 wird das Rathaus auf Anordnung des Kurfürsten Carl Theodor (1724-1799) stilistisch aufgewertet: Baumeister Johann J. Couven gestaltet einen neuen Eingang neben dem Turm mit einem repräsentativen Balkon darüber und im Inneren ein neues Treppenhaus. Ein angrenzendes Gebäude (»Alte Kanzlei«) geht 1818 als königliches Geschenk in städtischen Besitz über.

1884 entsteht nach dem Abriss des ersten Stadttheaters (1747-1874) im Winkel zur Nordseite ein weiteres Rathausgebäude. Dieser »Wilhelminische Bau« prägt bis
zum Zweiten Weltkrieg die Westseite des Marktplatzes. Sein imposanter Turm wird zu Beginn der 1930er Jahre aus statischen Gründen stark verkürzt.

Nach dem Krieg wird der bestehende Rathauskomplex mit dem Bau der ehemaligen Stadtkasse (1954) auf der Südseite des Marktplatzes erweitert und in den späten

1960er Jahren nochmal neu strukturiert, die Fassaden und das Innere des „Wilhelminischen Rathauses“ werden stark vereinfacht. Zudem entsteht im Inneren des „Alten Rathauses“ die sogenannte Barockgalerie mit Wandvertäfelungen aus dem belgischen Kunsthandel und Deckengemälden, die ursprünglich wohl im Düsseldorfer

Schloss angebracht worden waren.

Im Inneren des »Grupello-Hauses«, das man kurz nach 1960 gänzlich neu erbaute – lediglich äußerlich im alten Stil –, entsteht der Plenar-saal.  Dem heutigen Komplex noch zugerechnet werden der zum Burgplatz hin gelegene Gebäudeflügel der kurfürstlichen Gemäldegalerie (1704, heute: Verwaltungsgebäude) sowie das Eckgebäude der Kunstgewerbeschule (1893, heute: Galerie der Kunstakademie) sowie die Gebäudezeile an der Zollstraße mit ihren historischen Fassaden (heute: Geschäftsstellen der Ratsfraktionen). 1984 entsteht als Letztes ein Verwaltungsanbau mit  weiteren Büros entlang der Rheinuferpromenade.

Neben Verwaltungsarbeit und Repräsentation ist auch die politische Arbeit im Rathaus bestimmend: Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters tagen im Plenarsaal regelmäßig die Mitglieder des Rates und die städtischen Beigeordneten.

Das Rathaus zu Düsseldorf

Kunstvoll ausgestattet

m Rathausgebäude befinden sich zahlreiche Kunstwerke und Kunst-objekte – viele davon mit Bezug zur 725-jährigen Stadtgeschichte.

Gemälde und Plastiken

Gemälde und Plastiken

Das große Gemälde im Jan-Wellem-Saal thematisiert die Schlacht von Worringen im Jahr 1288, deren Ausgang Düsseldorfs Stadterhebung bestimmte. Die marmorne Sockelstatue zeigt Kurfürst Jan Wellem. Dem in Düsseldorf geborenen Dichter Heinrich Heine ist eine Kopfplastik sowie ein angrenzender Raum gewidmet.

Ofen- und Kaminplatten

Ofen- und Kaminplatten

Die Wände des Foyers und auf der  1. Etage im neueren Gebäudeteil verzieren seit 1969 über 350 gusseiserne Ofen- und Kaminplatten. Sie sind Teil einer weit größeren Sammlung, begründet im frühen 20. Jahrhundert. Ihre Motive entstammen aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie aus der biblischen Geschichte.

Ratssilber

Ratssilber

In Glasvitrinen in der Barockgalerie (1. Etage) sind Objekte des Ratssilbers ausgestellt. Es besteht aus über 30 Tellern, mehreren Pokalen, Münzen und Leuchtern. Sie stammen überwiegend als Auftragsarbeiten von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, bürgerschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen der Wirtschaft. Anlässe waren entweder Ereignisse im Leben des Spenders, Jubiläen oder allgemeine Höhepunkte städtischen Geschehens. Ebenso sind in den Glasvitrinen Gastgeschenke von königlichen Hoheiten, die im Düsseldorfer Rathaus zu Gast waren, ausgestellt sowie Präsente, die der Stadt im Rahmen von sportlichen Großereignissen überreicht wurden.

Ausstellungen

Im Erdgeschoss finden regelmäßig Wechselausstellungen zu Themen aus Gesellschaft, Kunst und Stadtpolitik statt.

Rathausführungen

Die wechselvolle Geschichte des Rathauses zu Düsseldorf kann auf geführten Rundgängen erlebt werden. Die Führungen finden jeweils mittwochs um 15 Uhr statt. Gruppen sollten gesondert Termine vereinbaren.

Kontakt: Amt für Kommunikation, Telefon: 0211.89-92924.